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Was ist LUGAS und wie funktioniert das Limit?

Was ist LUGAS und wie funktioniert das Limit?

LUGAS ist das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Es verknüpft die Konten eines Spielers über Anbietergrenzen hinweg und setzt damit das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat durch. Dieser Leitfaden erklärt, was LUGAS misst, wo die Grenzen liegen und für welche Anbieter das System überhaupt gilt.


Zuletzt aktualisiert: 20. August 2026

Was macht LUGAS?

LUGAS steht für länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem und ist neben der Sperrdatei OASIS das zweite zentrale Kontrollsystem des deutschen Glücksspielrechts. Während OASIS beantwortet, ob jemand spielen darf, beantwortet LUGAS, wie viel und wo gleichzeitig. Es wurde mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 eingeführt und wird von der GGL betrieben.

Technisch führt LUGAS für jeden Spieler ein zentrales Register über alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis hinweg. Einzahlungen werden dort in Echtzeit gemeldet und gegen ein gemeinsames Limit verrechnet.

Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro in Deutschland

Anbieterübergreifend statt pro Konto

Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro pro Kalendermonat. Der entscheidende Punkt ist das Wort anbieterübergreifend: Die Grenze gilt nicht pro Buchmacher, sondern für alle deutschen Anbieter zusammen. Wer bei einem Anbieter 600 Euro einzahlt, hat bei allen anderen zusammen noch 400 Euro übrig.

Erhöhung auf 10.000 Euro

Seit Ende 2023 lässt sich das Limit auf bis zu 10.000 Euro pro Monat erhöhen. Automatisch passiert das nicht: Die Erhöhung muss beantragt werden und setzt eine Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit voraus. Zwischenstufen sind möglich, und eine Erhöhung greift nicht rückwirkend für den laufenden Monat.

  • Standardlimit: 1.000 Euro pro Monat über alle deutschen Anbieter.
  • Erhöhung auf bis zu 10.000 Euro: nur auf Antrag und nach Bonitätsprüfung.
  • Das Limit zählt Einzahlungen, nicht Einsätze oder Verluste.
  • Auszahlungen setzen das Limit nicht zurück.

Die Parallelspiel-Sperre bei deutschen Anbietern

LUGAS verhindert außerdem, dass ein Spieler gleichzeitig bei mehreren deutschen Anbietern aktiv ist. Wer sich bei einem Anbieter einloggt, wird bei allen anderen für die Dauer der Sitzung und anschließend für eine Stunde gesperrt. Der Wechsel zwischen zwei deutschen Sportwettenanbietern innerhalb einer Stunde ist damit ausgeschlossen.

Für Sportwetten ist das die im Alltag am deutlichsten spürbare Auflage, deutlicher noch als das Einzahlungslimit — gerade wenn man Quoten zwischen Anbietern vergleichen will.

Für welche Anbieter in Deutschland gilt LUGAS?

Ausschließlich für Veranstalter mit einer deutschen Erlaubnis. Die Anbindung an LUGAS ist Teil der Erlaubnisvoraussetzungen; ohne sie gibt es keine Konzession. Ein Buchmacher, der mit einer Lizenz aus Curaçao, von Anjouan oder über Tobique arbeitet und keine deutsche Erlaubnis besitzt, ist nicht angebunden.

Für Spieler heißt das: Bei einem solchen Anbieter existieren weder das Monatslimit noch die Parallelspiel-Sperre. Wer diese Bremsen bewusst nutzen möchte, findet sie nur bei deutschen Anbietern. Die andere Seite dieses Marktes behandeln wir bei den Wettanbietern ohne deutsche Lizenz.

Was LUGAS zählt und was nicht

Einzahlungen statt Einsätze

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Bemessungsgrundlage. LUGAS zählt Einzahlungen, nicht Einsätze und nicht Verluste. Wer 1.000 Euro einzahlt, sie mehrfach umsetzt und am Ende mit 1.200 Euro dasteht, hat sein Monatslimit trotzdem ausgeschöpft — obwohl er im Plus ist. Auszahlungen setzen das Limit nicht zurück, und ein neues Kontingent gibt es erst im nächsten Kalendermonat.

  • Gezählt werden Einzahlungen in Echtzeit, über alle deutschen Anbieter hinweg.
  • Nicht gezählt werden Einsätze, Umsätze, Gewinne und Verluste.
  • Eine Auszahlung gibt kein Kontingent zurück.
  • Das Limit läuft nach Kalendermonat, nicht rollierend über 30 Tage.
  • Bonusguthaben zählt nicht als Einzahlung.

Ein-Euro-Limit und Fünf-Sekunden-Regel

Neben dem Einzahlungslimit setzt das deutsche Erlaubnisregime zwei weitere Grenzen, die oft mit LUGAS in einen Topf geworfen werden: einen Höchsteinsatz von einem Euro pro Runde im virtuellen Automatenspiel und eine Pause von fünf Sekunden zwischen zwei Runden. Beide gelten für Automatenspiele, nicht für Sportwetten, stammen aber aus demselben Auflagenpaket.

LUGAS und OASIS im Vergleich

Die beiden Systeme werden häufig verwechselt, obwohl sie unterschiedliche Fragen beantworten. OASIS ist die Sperrdatei und entscheidet über die Teilnahme: Wer eingetragen ist, wird abgewiesen. LUGAS ist das Aufsichtssystem und entscheidet über Umfang und Gleichzeitigkeit: wie viel eingezahlt werden darf und bei wie vielen Anbietern parallel gespielt wird.

Gemeinsam haben sie den Anwendungsbereich. Beide gelten nur für Anbieter mit deutscher Erlaubnis, und beide sind für einen im Ausland lizenzierten Buchmacher technisch nicht erreichbar. Was OASIS im Detail regelt, steht in unserem Leitfaden Sperrdatei OASIS im Detail

Was LUGAS für deutsche Spieler praktisch bedeutet

Im deutschen Markt sind die Auswirkungen konkret. Wer Quoten zwischen zwei deutschen Buchmachern vergleichen will, kann sich nicht bei beiden gleichzeitig einloggen. Wer im Monat mehr als 1.000 Euro einzahlen möchte, braucht einen Antrag samt Bonitätsprüfung. Und wer sein Limit ausgeschöpft hat, muss in Deutschland bis zum Ersten des Folgemonats warten — unabhängig davon, wie viel er in der Zwischenzeit ausgezahlt bekommen hat.

Genau diese drei Punkte erklären, warum in Deutschland so intensiv nach Anbietern ohne LUGAS-Anbindung gesucht wird. Sie sind nicht schikanös gemeint, sondern der Kern des deutschen Spielerschutzkonzepts: Wer wenig einzahlt und selten wechselt, merkt von LUGAS praktisch nichts.

Die Anbieter, bei denen weder das Limit noch die Parallelspiel-Sperre greift, vergleichen wir im Test der 15 Buchmacher ohne OASIS-Anbindung.

Was ohne deutsche Erlaubnis zusätzlich entfällt, ist die Wettsteuer von 5,3 Prozent — die Rechnung dazu haben wir für 20, 200 und 500 Wetten im Jahr aufgestellt.

Häufige Fragen zu LUGAS

Wofür steht LUGAS?

Für länderübergreifendes Glücksspielaufsichtssystem. Es wird von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder betrieben und verknüpft Spielerkonten über Anbietergrenzen hinweg.

Wie hoch ist das LUGAS-Limit?

1.000 Euro Einzahlung pro Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis zusammen. Seit Ende 2023 auf bis zu 10.000 Euro erhöhbar, aber nur auf Antrag und nach einer Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit.

Gilt das Limit pro Anbieter?

Nein, und das ist der häufigste Irrtum. Es gilt anbieterübergreifend: 600 Euro bei einem Anbieter lassen bei allen anderen zusammen nur noch 400 Euro übrig.

Warum kann ich mich bei zwei Anbietern nicht gleichzeitig einloggen?

Das ist die Parallelspiel-Sperre. LUGAS sperrt dich bei allen anderen deutschen Anbietern für die Dauer der Sitzung und eine Stunde danach.

Gilt LUGAS auch bei Anbietern ohne deutsche Lizenz?

Nein. Die Anbindung ist Erlaubnisvoraussetzung. Ein im Ausland lizenzierter Buchmacher ohne deutsche Erlaubnis ist nicht angebunden, dort gibt es also kein Monatslimit und keine Parallelspiel-Sperre.