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Was ist OASIS? Die Sperrdatei erklärt

Was ist OASIS? Die Sperrdatei erklärt

OASIS steht für die Onlineabfrage des Spielerstatus und ist die bundesweite, spielformübergreifende Sperrdatei für Glücksspiel in Deutschland. Wer darin steht, wird bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis abgewiesen. Dieser Leitfaden erklärt, wie eine Sperre entsteht, wie lange sie gilt, wie man sie aufhebt — und warum sie an der Grenze der deutschen Erlaubnis endet.


Zuletzt aktualisiert: 20. August 2026

OASIS im Überblick

OASIS ist das zentrale Sperrsystem, das mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 für ganz Deutschland verbindlich wurde. Rechtlich zuständig für das Register ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle an der Saale. Verwaltet und technisch betrieben wird die Datei vom Regierungspräsidium Darmstadt. Anfang 2026 enthält sie rund 367.000 aktive Sperren.

Der Zweck ist Spielerschutz über Anbieter- und Spielformgrenzen hinweg. Eine Sperre gilt nicht nur für ein Online-Casino, sondern gleichzeitig für Sportwetten, virtuelle Automatenspiele, Spielhallen und die Spielbanken der Länder. Genau das macht OASIS wirksamer als die anbieterbezogenen Selbstsperren, die es vorher gab.

Wie eine OASIS-Sperre in Deutschland entsteht

Es gibt drei Wege in die Datei, und sie unterscheiden sich darin, wer den Antrag stellt.

  • Selbstsperre: Der Spieler trägt sich selbst ein, online über das Formular des Regierungspräsidiums Darmstadt oder bei einer Spielstätte.
  • Fremdsperre: Angehörige, gesetzliche Vertreter oder Dritte beantragen die Sperre, wenn sie eine Spielsuchtgefährdung glaubhaft machen.
  • Anbietersperre: Ein Veranstalter ist verpflichtet, eine Sperre zu veranlassen, wenn ihm ein Spieler durch auffälliges Verhalten auffällt oder er überschuldet erscheint.

Seit 2024 läuft der Antrag über ein digitales Formular. Vorher war ein Papierweg üblich, was die Bearbeitung deutlich verlangsamt hat.

Mindestdauer und Aufhebung einer Spielersperre

Drei Monate als gesetzliches Minimum

Die gesetzliche Mindestdauer einer Sperre beträgt drei Monate. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Vorgabe: Wer eine Selbstsperre über zwei Monate beantragt, erhält trotzdem drei, weil das System die Dauer automatisch auf das gesetzliche Minimum anhebt. Ohne Aufhebungsantrag läuft die Sperre unbefristet weiter.

Die Aufhebung der Sperre

Die Aufhebung der Spielersperre muss aktiv beantragt werden und wirkt erst nach Bearbeitung. Zwischen Antrag und Wirksamkeit liegt bewusst Zeit — das ist Teil des Schutzmechanismus und keine Behördenträgheit. Eine Fremdsperre kann der Betroffene nicht allein aufheben lassen.

Wie die Sperrdatei-Abfrage im Alltag abläuft

Prüfung bei der Registrierung

Für Spieler ist OASIS meist unsichtbar, weil die Abfrage im Hintergrund passiert. Bei der Registrierung übermittelt der Anbieter Name, Geburtsdatum und Anschrift an das Sperrsystem und erhält binnen Sekunden eine Ja-oder-Nein-Antwort. Ein Treffer bedeutet, dass kein Konto eröffnet wird — ohne Angabe eines Grundes, weil der Anbieter selbst nicht erfährt, wer die Sperre veranlasst hat.

Bestehende Spielerkonten

Bestehende Spielerkonten werden ebenfalls geprüft. Wer sich sperren lässt, während ein Konto aktiv ist, verliert den Zugang bei allen deutschen Anbietern, sobald die Sperre wirksam wird. Ein Guthaben bleibt bestehen und wird ausgezahlt; gesperrt ist die Teilnahme, nicht das Geld.

  • Abfrage bei jeder Registrierung und vor jeder Spielteilnahme.
  • Antwort in Sekunden, ohne Begründung gegenüber dem Anbieter.
  • Bestehende Konten werden bei wirksamer Sperre geschlossen.
  • Vorhandenes Guthaben wird ausgezahlt, nicht einbehalten.

Wer die Datei abfragen muss

Hier liegt der Punkt, den viele Erklärungen auslassen. Die Abfragepflicht trifft Anbieter mit einer deutschen Erlaubnis. Wer eine solche Erlaubnis hat, muss OASIS bei jeder Registrierung und vor jeder Spielteilnahme abfragen. Wer keine deutsche Erlaubnis besitzt, ist technisch nicht an das System angebunden und kann es gar nicht abfragen.

Praktisch heißt das: Ein Buchmacher mit einer Lizenz aus Curaçao, von Anjouan oder über Tobique sieht eine deutsche OASIS-Sperre nicht. Das ist keine Lücke, die jemand ausnutzt, sondern eine Folge davon, dass OASIS ein nationales Instrument ist und an der Grenze der deutschen Erlaubnis endet. Wir schreiben darüber ausführlich bei den Wettanbietern ohne OASIS.

OASIS in Zahlen: Deutschland im Überblick

Die Sperrdatei ist kein Randphänomen. Rund 367.000 aktive Spielersperren waren Anfang 2026 in Deutschland eingetragen, und die Zahl wächst seit Einführung des Glücksspielstaatsvertrags kontinuierlich. Der überwiegende Teil davon sind Selbstsperren, gefolgt von Anbietersperren; Fremdsperren durch Angehörige bleiben die Ausnahme, weil die Hürde der glaubhaften Gefährdung in Deutschland hoch liegt.

Zuständig bleibt in Deutschland eine doppelte Struktur: die GGL als rechtlicher Träger des Registers und das Regierungspräsidium Darmstadt als technischer Betreiber. Für Spieler ist nur die zweite Adresse relevant, weil dort Anträge auf Sperre und Aufhebung eingehen.

Was wirklich hilft, wenn die Sperre ihren Zweck erfüllen soll

Wer sich selbst gesperrt hat, um aufzuhören, sollte wissen, dass ein Anbieterwechsel den Grund für die Sperre nicht aufhebt. Weil ausländische Anbieter die Datei nicht abfragen, greift OASIS dort nicht — die Sperre ist dann kein Schutz mehr, sondern nur noch ein Eintrag.

Was in dieser Situation tatsächlich wirkt, ist Sperrsoftware, die auf dem eigenen Gerät läuft und keine Lizenz braucht: BetBlocker, Gamban, Gamblock oder Betfilter. Kostenlose und anonyme Beratung gibt es unter 0800 1 37 27 00 sowie bei check-dein-spiel.de, beide getragen vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit. Weitere Anlaufstellen sind der Fachverband Glücksspielsucht und die Landesstellen wie Glücksspielsucht NRW.

Was neben OASIS noch gilt

OASIS ist nur die Hälfte des deutschen Kontrollrahmens. Die zweite Hälfte heißt LUGAS und regelt nicht die Teilnahme, sondern den Umfang: ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro im Monat und eine Parallelspiel-Sperre. Beides erklären wir unter Was ist LUGAS?

Welche Aufsicht hinter den Buchmachern steht, die OASIS gar nicht abfragen können, behandeln wir bei den Wettanbietern mit Curaçao-Lizenz.

Wie sich diese Lizenz zu den übrigen Erlaubnissen aus Drittländern verhält, ordnen wir im Überblick zu ausländischen Buchmachern ein.

Häufige Fragen zu OASIS

Wofür steht die Abkürzung OASIS?

Für Onlineabfrage des Spielerstatus. Es ist die bundesweite, spielformübergreifende Sperrdatei nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021.

Wie lange gilt eine OASIS-Sperre mindestens?

Drei Monate. Ein Antrag über eine kürzere Dauer wird vom System automatisch auf drei Monate angehoben, weil das Gesetz keine kürzere Sperre zulässt.

Wie hebe ich eine OASIS-Sperre auf?

Über einen Aufhebungsantrag beim Regierungspräsidium Darmstadt, seit 2024 digital. Die Aufhebung wirkt erst nach Bearbeitung, nicht sofort. Eine Fremdsperre kann der Betroffene nicht allein aufheben lassen.

Gilt eine OASIS-Sperre auch im Ausland?

Nein. OASIS ist ein nationales Register, und nur Anbieter mit deutscher Erlaubnis sind angebunden. Ein in Curaçao oder Costa Rica lizenzierter Anbieter kann die Datei nicht abfragen.

Wer kann eine Sperre für mich beantragen?

Du selbst als Selbstsperre, Angehörige oder Dritte als Fremdsperre bei glaubhafter Gefährdung, und ein Veranstalter, wenn ihm auffälliges Spielverhalten auffällt.